Über uns

Was ist das LSKH?

Das LSKH ist Frankfurts Zentrum für Lesben, Schwule und die gesamte LSBTIQ-Community sowie interessierte MitbürgerInnen. Ein Ort abseits der kommerziellen Szene, offen für vielseitige Ideen und Aktivitäten und für alle da, die Beratung und Hilfe, Kommunikation und Kultur suchen.

Wer steht dahinter?

Der Verein LLL - Zentrum für Kommunikation, Kultur, Bildung, Beratung und Lebenshilfe e.V. ist der Trägerverein des LSKH.

LLL steht für Lebendiges Lesben Leben. Durch unsere ehrenamtliche Arbeit schaffen wir Frauen von LLL e.V. im LSKH einen Raum für Frankfurts LSBTIQ-Community. Unterstützt werden wir dabei vom Amt für multikulturelle Angelegenheiten der Stadt Frankfurt, von unseren Mitfrauen und engagierten Teilnehmern anderer Gruppen im Haus sowie durch Spenden.

Was gibt es im LSKH?

Die verschiedensten Gruppen und Vereine nutzen das Haus für regelmäßige Treffen und Veranstaltungen. Eigeninitiative ist gefragt. Im LSKH treffen sich Selbsthilfegruppen sowie politisch oder gesellschaftlich motivierte Gruppen, es werden kulturelle Veranstaltungen wie Konzerte, Lesungen oder Theateraufführungen veranstaltet. Das LesCafé öffnet jeden Sonntag für Frauen und die Partys im LSKH sind über Frankfurt hinaus beliebt.

Das Lesbisch-Schwule Kulturhaus von 1991 bis 1999

Mit einem Empfang am 27. Mai 1991 wurde das LSKH offiziell eröffnet. Die Eröffnungsrede hielten Hannelise Richter von LLL e.V und Stefan Buss von Emanzipation e.V.

Ansprache und Grußworte aus der Politik wurden von Margarete Nimsch (Dezernentin für Frauen und Gesundheit), Frank Mußmann (Amt für Wissenschaft und Kunst), Brigitte Sellach (Staatssekretärin im Ministerium für Jugend, Familie und Gesundheit) und Evi Schönhut-Keil (Referentin für Frauen, Soziales, Gesundheit und Drogen) vorgetragen.

Zum damaligen Zeitpunkt bestand das LSKH aus dem Anwesen Klingerstraße 6 und Stolzestraße 11, die eine bauliche Einheit bildeten. Dabei waren jedoch erst der 2. und 3. Stock in der Klingerstraße restauriert und wurden als Büro und kleinere Veranstaltungsräume von LLL und Emanzipation genutzt.

Das Erdgeschoss und der Veranstaltungsraum im 1. Stock der Klingerstraße waren noch im dem Rohzustand, wie sie von den vormaligen Mietern (Fliesen- und Bäderausteller sowie einem Küchenstudio) verlassen wurden - alle drei Meter eine andere Kachel an den Wänden, eingezogene Zwischenwände und, und, und...

Die Stolzestraße wurde noch von jugendlichen Mietern bewohnt, denen die Stadt diese Räume in sehr renovierungsbedürftigem Zustand zur Verfügung gestellt hatte.

Geplant war mit der Aidshilfe Frankfurt zusammen in der Stolzestraße ein betreutes Wohnprojekt für AIDS-Kranke und eine Kultur- und Begegnungsstätte für Schwule, Lesben und die interessierte Bevölkerung in der Klingerstraße.

Kulturarbeit fand bereits zum damaligen Zeitpunkt im Off statt. Veranstaltungen im Gallustheater, den Sälen der Frankfurter Saalbau, Straßenfeste, an der Uni - Infoveranstaltungen, kulturelle Events mit lesbisch-schwulen KünstlerInnen und die Homosolidaritätstage. Die Federführung für das Projekt hatte das Dezernat für Wissenschaft und Kunst in Absprache mit dem Dezernat für Soziales und Frauen.

Die städtische Unterstützung von 220.000 DM im ersten Jahr für beide Vereine waren vorrangig zweckgebunden an kulturelle Veranstaltungen. Ganz besonders in der kulturpolitischen Arbeit sahen die beiden Trägervereine die Möglichkeit mit der Gesamtbevölkerung in einen konstruktiven Dialog über Homosexualität und die Lebensentwürfe lesbischer und schwuler Menschen zu treten.

Die Restaurierung der Veranstaltungsräume wurde von ehrenamtlichen Kräften übernommen, die in nicht enden wollendem Einsatz über die Jahre das LSKH in das verwandelt haben, was es heute ist. Abstriche mußten immer wieder gemacht werden, nicht zuletzt auch wegen der konsequenten Streichung der Zuschüsse durch die Stadtversammlung. So ließ sich das Wohnprojekt nicht realisieren und auch der 3. Stock mit den Räumen der Emanzipation mußte aus Kostengründen aufgegeben werden.

Trotz aller Widrigkeiten denken wir, dass das LSKH heute nicht mehr aus Frankfurt wegzudenken und Bestandteil der schwul-lesbischen Szene geworden ist. Deshalb setzen wir uns auch heute noch mit allen Kräften für den Erhalt ein. Denn immer wieder gibt es Menschen und Gruppierungen, die zwar nicht in der Öffentlichkeit, trotzdem aber sehr energisch gegen Homosexualität Politik machen.

Von einer Gleichstellung von Schwulen und Lesben kann noch lange nicht gesprochen werden, auch wenn in den vergangenen Jahren große orschritte erzielt wurden. Unsere Präsenz in der Öffentlichkeit und unser Wille und Forderung zum Dialog sind aber ein Weg dorthin - um das zu erreichen, was der Eine oder die Andere schon selbst erfahren hat: "Das ist ja bei Euch wie bei ganz normalen Leut'".

Uwe Göritz
28.11.99